Hebammen-Beruf attraktiver gestalten

CDU-Politiker informieren sich in der „Oase“ / Ausbildung aufgewertet

Was die Hebammen im Kreis Coesfeld bewegt, berichteten Anna Büscher, Gwendolyn Vogt und Birgit Lechtenberg den Abgeordneten Marc Henrichmann (r.) und Dietmar Panske. Foto: Büro Marc Henrichmann Was die Hebammen im Kreis Coesfeld bewegt, berichteten Anna Büscher, Gwendolyn Vogt und Birgit Lechtenberg den Abgeordneten Marc Henrichmann (r.) und Dietmar Panske. Foto: Büro Marc Henrichmann
55 Hebammen sind beim Hebammenverband im Kreis Coesfeld gelistet. Wie viele tatsächlich ihrem Beruf nachgehen, darüber sagt diese Zahl allerdings wenig aus. Gerade in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu Versorgungslücken. 

Wie der Beruf deshalb attraktiver werden kann, darüber tauschten sich Marc Henrichmann und Dietmar Panske, die heimischen Abgeordneten aus Bundes- und Landtag, mit Hebammen in der Familienpraxis Oase in Appelhülsen aus. „Sie leisten eine wichtige und verantwortungsvolle Arbeit“, betonten die CDU-Politiker und sicherten ihnen Unterstützung zu.

Gwendolyn Vogt, die die Familienpraxis Oase betreibt, hatte sich im November bei einer Veranstaltung der Frauen-Union in Coesfeld zu Wort gemeldet. Eindringlich berichtete sie über ihren arbeitsintensiven Alltag. Das beeindruckte die beiden Parlamentarier, die ein ausführlicheres Gespräch mit ihr und Berufskolleginnen suchten. Mit dabei waren Birgit Lechtenberg von der Praxis Bauchgefühl in Nottuln und Anna Büscher aus Südkirchen, die als Vorsitzende des Hebammenkreises Coesfeld in Selm arbeitet.

Einiges hat die Politik bereits getan. So wurde das duale Studium für Hebammen eingeführt. „Das wertet die Ausbildung deutlich auf“, erklärte Henrichmann. Sorgen bereiten vielen Hebammen allerdings die Kosten für Haftpflicht- und Rentenversicherung. Auch verunsichert sie, dass Kreise die notwendigen Fortbildungen unterschiedlich bewerten – ein Lehrgang, den das eine Gesundheitsamt akzeptiert, wird im Nachbarkreis möglicherweise nicht anerkannt. „Fehlen dadurch Fortbildungsstunden, darf eine Hebamme schlimmstenfalls ihren Beruf nicht mehr ausüben“, beschrieb Anna Büscher die Folgen.

Dabei fehlen bereits jetzt Hebammen, so dass einige werdende und junge Mütter unversorgt bleiben. Etwas Abhilfe könnten Wochenbett-Sprechstunden schaffen. „Einige Kommunen zahlen Hebammen dafür zumindest einen kleinen Betrag, die eigentliche Sprechstunde rechnen sie dann mit der Krankenkasse ab“, sah sie hier ein Modell für den Kreis Coesfeld.

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