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03.09.2018, 15:29 Uhr

Flüchtlingshelfer sehen sich an ihren Grenzen

Initiativen im Gespräch mit MdB Henrichmann und MdL Panske

Die Zeit, in der Flüchtlinge weit überwiegend willkommen geheißen wurden, sei vorbei, „die Stimmung droht zu kippen“. Diesen Eindruck haben Heiner Dieckmann vom Arbeitskreis Asyl in Olfen und seine Mitstreiter gewonnen, die sich im Südkreis Coesfeld in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Mit gravierenden Folgen auch für die Helfer: „Wir sind an unsere Grenzen angelangt“, erklärte er im Pfarrheim St. Lambertus in Ascheberg den beiden CDU-Abgeordneten Marc Henrichmann aus dem Bundes- und Dietmar Panske aus dem Landtag.

„Wir möchten die Probleme aus der täglichen Arbeit auf den Tisch legen“, erläuterte Dieckmann das Anliegen seines Arbeitskreises und der übrigen Initiativen. An dem Gespräch beteiligt waren auch der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Lüdinghausen, die Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden Lüdinghausen, die Flüchtlingshilfe Senden, die Flüchtlingshilfe St. Lambertus Ascheberg und der Verein „MiO - Miteinander in Olfen“.

Professionellere Strukturen wünschen sich die Helfer zur Unterstützung, zudem dürfe die  Zuweisungspraxis aus den Flüchtlingseinrichtungen Kommunen und Ehrenamtler nicht überfordern, so Dieckmann. Henrichmann und Panske betonten, dass nur Flüchtlinge mit Bleibeperspektive auf Städte und Gemeinden verteilt werden dürften.„Das Fehlverhalten Einzelner wird staatlicherseits nicht ausreichend sanktioniert“, befürwortete Dieckmann darüber hinaus ein entschiedeneres Vorgehen gegen diejenigen, die sich nicht integrieren lassen wollen. 

Integration stoße aus Sicht der Initiativen auf einige Hindernisse. Defizite gebe es zum Beispiel bei der psychosozialen Versorgung der oft traumatisierten Menschen. Sabine Schröder vom SkF hielt eine spezielle Sprechstunde für Flüchtlinge mit Dolmetschern für notwendig. Auch in Fragen des Ausländerrechts regte sie Sprechstunden vor Ort an, „das spart Fahrten zum Beispiel aus Herbern nach Coesfeld nur für eine Unterschrift“.

Von Anfang an sollten die Zugewanderten Deutsch lernen, unabhängig vom möglichen Ausgang ihres Asylverfahrens. Dies werde in Nordrhein-Westfalen künftig Praxis sein, betonte Panske. „Bereits in den Landeseinrichtungen beginnt dann die Sprachausbildung“, kündigte der CDU-Abgeordnete der.

Maria Schumacher, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Ascheberg, sah zudem einen „verschärften Kampf um knappen Wohnraum“. Sie wünschte sich Anreize für Investoren im sozialen Wohnungsbau. Henrichmann betonte, dass unnötig hohe Standards das Bauen verteuerten. „Weniger Auflagen vereinfachen Investitionen“, erklärte er. Erleichterungen bringt aus Panskes Sicht die neue Landesbauordnung, die 2019 in Kraft tritt.

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