Neuigkeiten

25.10.2018, 12:10 Uhr

Hilferuf von Eltern an die Politik

Henrichmann und Panske bei Familie Fels / Pflege rund um die Uhr nötig

24 Stunden rund um die Uhr braucht Adrian Betreuung, sieben Tage die Woche. Der Elfjährige aus Lüdinghausen ist seit seiner Geburt schwer krank, muss beatmet werden. Die ganze Familie wendet viel Kraft auf, liebevoll kümmert sie sich um den Jungen.

Ihre schwierige Situation bei der Pflege ihres Sohnes Adrian stellte Anita Fels (l.) im Gespräch unter anderem mit dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann (2.v.r.) und dem Landtagsmitglied Dietmar Panske (r.) vor. Foto: Büro Marc Henrichmann

„Adrian gibt uns auch viel“, sagt seine Mutter Anita Fels. Im Stich gelassen fühlt sie sich allerdings von der Krankenkasse, auch von einigen Pflegediensten. Über diese Schwierigkeiten sprach sie jetzt mit den heimischen Abgeordneten aus Bundes- und Landtag, Marc Henrichmann und Dietmar Panske.

Begleitet wurden die beiden CDU-Politiker von ihrer Kreistagskollegin und Sozialpolitikerin Anni Willms sowie von Ratsfrau Anke Austrup, die den Kontakt vermittelt hatte. Auch Annerieke Diepholz und Heidi Mensing vom Bunten Kreis Münsterland, der sich für Eltern von Kindern mit Handicap engagiert, waren nach Lüdinghausen gekommen. Mitgebracht hatten sie einen Hilferuf, unterzeichnet von einer Elterngruppe. Deutlich wurde: Nicht nur Familie Fels drücken eine Menge Sorgen.

Zu kämpfen haben Betroffene zum Beispiel mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, der die Notwendigkeit einer 24-Stunden-Betreuung anzweifelt, oder mit Pflegediensten, deren Mitarbeitern Anita Fels oft erst wichtige Handgriffe zeigen muss. „Es fehlt an der Qualifikation, wir bräuchten Intensivpfleger mit Beatmungserfahrung“, erklärte sie. Allerdings sei der Stundensatz für gut ausgebildete Pflegekräfte höher als der Betrag, den die Krankenkasse zu zahlen bereit sei. Das mache es schwierig, überhaupt einen Dienst zu finden. Auch Anträge auf Hilfsmittel lehne die Kasse häufig ab, „obwohl diese vom Arzt verordnet wurden“.

Dafür hatten die Politikerinnen und Politiker kein Verständnis. Sie waren vor allem gekommen, um zuzuhören. Dennoch nahmen die CDU-Parlamentarier auch konkrete Vorstellungen mit nach Berlin und Düsseldorf, wie betroffenen Familien geholfen werden könnte. Ein Ombudsmann für die Pflege, ähnlich wie der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, könnte in Streitfällen schlichten, erklärte Henrichmann und sagte zu, eine Lösung zu prüfen. Auch lange Gerichtsverfahren erschwerten es Familien, sich zur Wehr zu setzen. „Gerade wenn es um Menschen geht, sollten wir den Instanzenweg straffen“, befürwortete er eine Beschleunigung – und vor allem den Verzicht auf langwierige „Gutachten-Schlachten“.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon