Europäische Kooperation lockt Radtouristen an die Ruhr

Dülmener stellt CDU-Politikern Unternehmens-Idee in Corona-Zeiten vor

Corona zwingt die Wirtschaft zu frischen Ideen: „Viele Unternehmen werden sich neu aufstellen müssen“, unterstrich der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann in Dülmen. Auch der Tourismus bastelt an zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen. Eines davon sollen Radreisen im Ruhrgebiet werden. Der Hausdülmener Stefan Bücker holt gemeinsam mit einem Südtiroler Reiseveranstalter Radler aus ganz Deutschland in den Pott.

Mit welchem Konzept sich Touristen nach NRW locken lassen sollen, darüber informierten sich neben Henrichmann auch sein Landtagskollege Dietmar Panske, der CDU-Bürgermeisterkandidat Carsten Hövekamp sowie die CDU-Ratsmitglieder Gabriele Sondermann und Wilhelm Wessels. Für die Politiker ist die Kooperation ein Beispiel dafür, wie Unternehmen vom Zusammenhalt in Europa profitieren – und wie Politik diesen Zusammenhalt stärkt. So kam der Kontakt von Dülmen nach Norditalien über Zenit, die Europa-Agentur der Landesregierung, zustande,

Normalerweise bietet Fredy Mair Radtourismus in Italien an – „für deutsche Gäste, von denen viele wegen Corona allerdings lieber im eigenen Land bleiben“, berichtete Bücker. Gesucht wurde deshalb attraktives Radler-Terrain in Deutschland. Es sollte sich allerdings noch nicht in den Katalogen anderer Veranstalter finden, weshalb das Münsterland nicht allererste Wahl war. Stattdessen bot sich das Ruhrgebiet an, das von immerhin 1.200 Kilometern Radwege durchzogen ist. Unter der Marke „Radreiseguru“ vermarktet Bücker nun von Dülmen aus die vier- bis zehntägigen Touren. Die 40 bis 65 Kilometer langen Tagesetappen hat er selbst zusammengestellt. Für Übernachtung und Gepäcktransfer ist gesorgt.

Gebucht werden kann online und in Reisebüros. Für sie sieht Bücker trotz Pandemie gute Chancen. „Während Corona haben viele Reisende gemerkt, wie gut ein Ansprechpartner vor Ort ist“, berichtete er. Außerdem kam das Gespräch noch auf die Attraktivität von Radreisen im Münsterland und die Corona-Einschränkungen in Deutschland. „Die Zahlen geben uns recht“, meinte Henrichmann mit Blick auf die Infektionszahlen. Dass auch Fehler passieren, sei unvermeidbar, ergänzte Panske. „Doch wir lernen dadurch, wie wir uns für zukünftige Fälle aufstellen.“ Lehren zögen aber nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft, wie Henrichmann mit Blick auf das positive Beispiel aus Dülmen feststellte 

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