Die Situation ist regelrecht dramatisch

Landtagsabgeordneter Dietmar Panske spricht mit Friseuren

Das Licht blieb an in den Friseursalons am vergangenen Wochenende, trotz des augenblicklichen Lockdowns der gesamten Branche: Mit dieser bundesweiten Aktion “Licht an - bevor es ganz ausgeht!“ haben auch im Kreis Coesfeld zahlreiche Friseure auf ihre derzeit schwierige wirtschaftliche Situation aufmerksam gemacht. 

Den heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Panske haben in den vergangenen Tagen ebenfalls viele E-Mails und Anrufe von Friseuren erreicht, die um die Existenz ihrer Betriebe bangen. Initiiert von der Kreishandwerkerschaft Coesfeld fand daher nun eine Videokonferenz mit Mitgliedern der Friseur-Innung statt.

Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ulrich Müller wies auf das Kern-Problem für die Friseurbetriebe hin: „Natürlich haben auch Friseure Anspruch auf das kürzlich angelaufene staatliche Förderprogramm der sogenannten Überbrückungshilfe III“, so Müller. „Aber dieses Programm ist nicht auf die Anforderungen dieser Berufsgruppe ausgerichtet. Die Orientierung der Zuschüsse an den Fixkosten lässt viele betroffene Friseure fast leer ausgehen. Sie sollen Grundsicherung beantragen – werden aber auch hier abgelehnt!“ 

„Wir befinden uns zurzeit in der größten Gesundheitskrise seit dem 2. Weltkrieg. Für diese Krise gibt es leider keine Blaupause, die schnell aus der Schublade gezogen werden könnte. Die Politik hat in dieser Zeit viel gelernt, gerade auch mit Blick darauf, wie einzelne Berufsgruppen organisiert sind“, warb Dietmar Panske um Verständnis, dass nicht alle politischen Maßnahmen sofort zu 100 Prozent wirksam sind.  

Der CDU-Abgeordnete versicherte den Konferenzteilnehmern, dass ihre Probleme in Düsseldorf nicht auf taube Ohren stießen: „Wir wissen um ihre Probleme. Wir wissen um ihre Sorgen. Deswegen arbeiten wir in Düsseldorf zurzeit an einer passenden Lösung.“  

Wie groß diese Probleme in ihrem Alltag sind, schilderten die mehr als 20 Teilnehmer innerhalb der Videokonferenz. „Die Situation ist mittlerweile regelrecht dramatisch“, berichtete einer der zugeschalteten Friseure. „Seit knapp neun Wochen ist unser Salon nun geschlossen und als Solo-Selbstständiger habe ich keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Um über die Runden zu kommen, muss ich mittlerweile an meine Altersvorsorge ran.“ Eine Friseurunternehmerin wünschte sich vor allem eins: Planungssicherheit. „Was wir dringend brauchen ist eine frühzeitige Rückmeldung, wann und unter welchen Bedingungen wir unsere Läden wieder öffnen dürfen. Denn wir alle wollen wieder arbeiten“, machte sie sich Luft in einem emotionalen Appell und betonte: „Im Friseurhandwerk haben wir schließlich hervorragende Hygienekonzepte umgesetzt, um Kunden und Mitarbeitende bestmöglich zu schützen.“ 

Auch Panske ließen die Rückmeldungen nicht unberührt. Er verwies auf eine laufende Initiative der NRW-Landesregierung im Rahmen der Wirtschaftsministerkonferenz, deren Vorsitz NRW zurzeit innehat, auf Bundesebene. „Unser Ziel ist es, die Überbrückungshilfe III um einen fiktiven Unternehmerlohn zu ergänzen. Auf diese Weise würden Friseure einen bestimmten Zuschuss erhalten, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ein ähnliches Programm hat es in NRW bereits im letzten Sommer mit der Überbrückungshilfe Plus gegeben.“

Wie es in den nächsten Wochen und Monaten der Pandemiebekämpfung weitergehen wird, konnte der CDU-Abgeordnete nicht mit Sicherheit sagen. „Die größte Unbekannte ist zurzeit die Ausbreitung der britischen Corona-Virus-Mutation, die ja deutlich ansteckender ist als das normale COVID-19-Virus. Auch der Kreis Coesfeld hat schon erste Fälle mit dem neuartigen Virus gemeldet“, machte Panske seine Sorgen deutlich.

„Wenn wir wieder öffnen, dann muss es das letzte Mal gewesen sein, dass wir das öffentliche und wirtschaftliche Leben schließen“, so der CDU-Abgeordnete. „Niemandem ist damit geholfen, wenn wir jetzt schnell alles wieder hochfahren, um dann in zwei, drei oder vier Wochen alles zum dritten Mal in den Lockdown zu schicken.“ Es sei ihm klar, dass es an der Zeit ist, den vielen Betroffenen dieser Krise - von den Unternehmern, Eltern über die Schüler bis zu den Freizeitsportlern - eine Perspektive aufzuzeigen.

Die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen – in diesem Punkt stimmten ihm auch die teilnehmenden Friseure zu – stünden an oberster Stelle jeglicher Entscheidungen, machte Panske abschließend deutlich. 

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