„Die Arbeit eines Abgeordneten wird oft unterschätzt“

Patricia Fink übernahm für drei Tage die Aufgaben des CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Panske im Landtag

Wie sieht die Arbeit der Landtagsabgeordneten aus? Wie entsteht ein Gesetz? Und wie trifft der Landtag Nordrhein-Westfalen Entscheidungen? Antworten auf diese und weitere Fragen bot der diesjährige Jugend-Landtag, bei dem Jugendliche für drei Tage die Rolle der Abgeordneten übernehmen und sich mit aktuellen Fragen der Landespolitik befassen, rund 195 jungen Menschen aus ganz NRW.

Auch der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Panske durfte in diesem Jahr wieder einen Vertreter für den Jugend-Landtag entsenden. Seine persönliche Vertreterin war die 17-Jährige Patricia Fink aus Lüdinghausen, die nach den drei Tagen in Düsseldorf einiges zu berichten wusste.

Der Tag begann relativ früh um 9 im Landtag und hörte erst 10 Stunden später auf. Das ist an und für sich erstmal kein Problem, aber der Fakt ununterbrochen, auch kurz vor dem Schlafengehen, über Anträge zu diskutieren und Grundsatzdebatten zuführen, hat mich dann doch angestrengt“, zeigte sich Fink überrascht von dem Arbeitspensum eines Abgeordneten. „Wirklich spannend fand ich den Weg hin zur Abstimmung über einen Antrag. Ich denke das wird häufig unterschätzt. Einmal miterlebt, ist es nicht verwunderlich, dass viele Entscheidungen oft lange brauchen, bis sie getroffen werden können.“

Die Themen des Jugend-Landtags waren dabei im Vorfeld aus dem Themenspektrum der aktuellen Landespolitik durch ein Team von 24 Helferinnen und Helfern (ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Studierende) entwickelt worden. Aus zehn Vorschlägen haben die Nachwuchs-Abgeordneten dann zwei Themen ausgewählt, so das in diesem Jahr die Themen „Digitalisierung von Schulen und Hochschulen“  und „Gegen Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei“ auf der Tagesordnung standen.

Die Sitzungen selbst waren meist sehr interessant, da die Themen gut gewählt waren, wenn auch die dazugehörig gestellten Anträge für mich konkreter hätten sein können. Es ist klar, dass man einem Jugendlandtag der knapp 2 Tage debattiert  keinen ‚echten‘ Antrag, der für diesen Rahmen viel zu umfänglich wäre, stellen kann. Jedoch wäre etwas mehr Tiefgang wünschenswert gewesen. Insgesamt war es aber eine wirklich interessante und bereichernde Erfahrung, die ich nur jedem weiterempfehlen kann – ein Blick hinter die Kulissen hilft die Abläufe und politischen Prozesse besser verstehen zu können“, zog die 17-jährige Lüdinghauserin ein durchaus positives Fazit ihrer dreitägigen Abgeordnetentätigkeit.

Für Panske hat der diesjährige Jugend-Landtag wieder einmal deutlich gemacht, dass Jugendliche politischer seien, als ihnen oft nachgesagt würde. „Klimawandel, Umweltschutz und Rassismus sind Themen, die Jugendliche besonders mobilisieren. Gleichzeitig wollen sie mitentscheiden und ihre Zukunft gestalten. Es ist daher schön zu sehen, dass mit dem Jugend-Landtag das Bewusstsein von Demokratie mit ihren Herausforderungen, Institutionen und Regeln gefördert wird und junge Menschen für die parlamentarische Demokratie begeistert werden können.“

Der Jugend-Landtag sei durch seine Dauer von drei Tagen, die Nähe zu den tatsächlichen parlamentarischen Abläufen und die Gestaltung des Programms mit einem Demokratietraining einzigartig, freut sich der CDU-Abgeordnete bereits auf den Jugend-Landtag 2022. „Nun bin ich aber erstmal auf die Ergebnisse aus diesem Jahr gespannt. Immerhin werden die Beschlüsse des Jugend-Landtags an den regulären Hauptausschuss des Landtags weitergegeben, zudem werden sie auch allen Abgeordneten des Parlaments als offizielle Drucksache übergeben. Die Sichtweise der jungen Menschen ist für uns Abgeordnete immer eine große Bereicherung“, fasste Panske abschließend zusammen.

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